Reise ins Banat

Ein Tagebuch über unsere Reise vom 16. bis 24. Mai 2004

(Ich bedanke mich bei Christine Meiszner für die Übersetzung)

Unsere Gruppe im Zefir (click zum vergrössern) - Links nach rechts: Sammy, Jody, Louise, Diana, Marge, Tom

(Nummern in Klammern beziehen sich auf die Fotos nach jedem täglichen Eintrag)

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Sonntag 16. Mai – wir treffen uns alle sechs auf dem Wiener Flughafen. Die meisten von uns schaffen es gerade noch um Haaresbreite. Wir kommen aus Kalifornien, Georgia, New Jersey und aus England. Ein stundenlanger Flug nach Temeschwar während dessen wir uns ein wenig kennen lernen können… dies wird eine großartig kleine Gruppe sein! Wir  kommen an auf dem Temeschwarer Flughafen da steht Pavel, der Besitzer der Pension Zefir, eines kleinen 6-Zimmer Hotels im Außenbezirk der Stadt (Mehala)… er hält ein Schild mit der Aufschrift „Zefir“, so dass wir ihn erkennen. Er und seine Tochter, Laura, haben ihre beiden Autos draußen um uns alle zum Hotel zu bringen – ein bisschen ein Gequetsche, der Versuch sechs Personen und all ihr Gepäck in zwei kleine Autos zu packen (1), gelinde ausgedrückt, aber irgendwie schaffen wir es! Das Hotel ist ein süßer kleiner Platz, sehr neu und sehr freundlich, für so klein. Wir lernen ihre eigenen kleinen Eigenheiten kennen in den Tagen, müssen nach zusätzlichen Handtüchern fragen oder den Haarfön ausleihen usw. (und es sieht nicht danach aus, dass sie Waschlappen in Rumänien haben!) aber es ist ein großartiger kleiner Platz und ideal für unsere Gruppe.  Einmal ausgepackt, entscheiden wir alle, was wir aus dem Rest des Tages am Besten machen können ( es ist ungefähr 5 Uhr Nachmittags) und wir machen eine Kurzreise zu den Orten unserer Interessen, d.h. zu unseren eigenen Dörfern. Eine der Empfangsdamen, Dora, spricht gut Englisch, daher kommt sie mit Tom, Marge und mir, wir fahren mit  Pavel (kein Englisch, kein Deutsch!) nach Alexanderhausen (Sandra) um meinem Cousin dritten Grades, Robi, und seinem Vater mit zu teilen, dass wir angekommen sind (2). Dann geht es weiter nach Neusiedel (Uihei) für einen schnellen rundum Blick auf das winzige Dorf und den Friedhof (3, 4, 5). Ich war nicht mehr hier seit 35 Jahren, aber alle Erinnerung kommt zurück zu mir. Es ist wunderbar den Platz wieder zu sehen. Dann geht es zurück zum Hotel, und die ganze Gruppe entscheidet Essen zugehen im Pink Panther, einem Ungarischen Lokal, wo wir alle das gleiche Gericht bestellen (Hühnchen-Paprikasch) – köstlich, hausgemachtes Essen.

                                                                                                

 

Montag 17. Mai – Wir gehen alle am Morgen in die Stadt, um unser Geld in Landeswährung umzutauschen und unverzüglich sind wir Millionäre (eine Million rumänische Lei entspricht ungefähr 30 Englische Pfund). Ein schneller Blick über die Einkaufsstrasse neben der Bank -  sie hat sich so verändert,  seit ich zum letzten Mal in Temeschwar war, während der kommunistischen Zeit, wo alles so eintönig und farblos war, und die Straßen waren überall voll von feldmarschartigen Truppen von Soldaten und überdimensionalen Plakaten von  Ceausescu – wirklich Furcht erregend, ehrlich. Ich habe mir eine Jeans und ein Sweatshirt gekauft, weil das Wetter heute sehr kühl ist und ich nichts wirklich Warmes mitgebracht habe. Oh wie angebracht, es ist alles gut für die Wirtschaft! Sobald wir unsere Einkäufe erledigt haben, sehen wir uns nach einem Taxifahrer um, der uns zurück zum Zefir bringt, vorzugsweise einen der Englisch oder Deutsch spricht. Tom, Marge und ich sehen einige Taxis am Stand und ich spreche einen jung aussehenden Fahrer an und frage ob er Englisch spricht. Es sieht so aus er kann es ein bisschen, und als ich ihm die Hotelvisitenkarte gebe, erkennt er die Adresse und fährt uns hin. Während der kurzen Fahrt, beginnen wir ein Gespräch mit ihm und bekommen ein gutes Gefühl zu ihm. Er scheint aufgeweckt und vertrauenswürdig, sobald wir zurück im Zefir sind (1), fragen wir ob er bereit ist uns diesen Nachmittag nach Gertianosch (Carpinis) zu bringen. Wir handeln einen Preis aus, der sehr günstig ist aufgeteilt unter uns Dreien, und kurz darauf fahren wir in Richtung Gertianosch, voll beladen mit Kameras, Videorecordern, Kassettenrecorder und einer wirklich guten Karte welche ich aus dem Internet herunter geladen, vergrößert und laminiert habe. Wir benutzen die Karte in dieser Woche häufig! Wir nehmen die Straße nach Hatzfeld (Jimbolia) (2) und fahren durch Sackelhausen (Sacalaz) und Bergsau (Beregsau) bevor wir nach Gertianosch kommen, wo wir die Einheimischen nach einer bestimmten Hausnummer fragen. Wir kommen direkt zu Frau Wambach´s Haus in Nummer 21 und sie stellt sich als wunderbare Frau, die eine Lehrerin ist (3), heraus (und immer noch in Teilzeit unterrichtet). Sie lebt in einem typischen Donauschwabenhaus, durchaus einwandfrei, mit ihrer bejahrten Mutter und ist tatsächlich eine Gebürtige aus Groß Jetscha (Iecea Mare), Ihr Mädchenname ist Jost. Sie hat jedes einzelne Grab des Gertianosch Friedhofes dokumentiert und gibt uns Kopien von zwei Gertianosch Heimatmagazinen, eines enthält den Friedhofsplan. Eine sehr angenehme Frau, sie hilft uns soviel wie sie kann, auch dann als wir auf dem Friedhof nach Namen suchen gehen (4, 5). Es ist ein großer Friedhof, schön gepflegt. Michael, unser neu gefundener Freund, der Taxifahrer, ist von Anfang an, eifrig bemüht, uns zu helfen. Wir treffen eine ältere Deutsche Frau auf dem Friedhof, deren Ehemann erst vor sechs Wochen verstorben ist und die uns eifrig in ihr Haus bittet. Jedermann den wir hier treffen ist so freundlich, es ist schwer solch eine Bitte abzulehnen, aber wir müssen am Ball bleiben und diesen im Auge behalten, sozusagen, und dürfen uns nicht zu sehr vom Ziel unserer Reise ablenken lassen. Sobald wir zurück sind in Zefir, sehen wir das Sorin (der Genealoge und Historiker) da ist, er plaudert mit Louise – er wusste wir kommen und es ist eine gute Gelegenheit uns endlich mit ihm zu treffen. Diesen Abend essen wir im Hotel, wie verabredet früher (6).

 

Dienstag 18. Mai – Heute, ist Louise zu unserer Gruppe gekommen, weil sie auf dem Dorffriedhof, den wir heute besuchen, Namen überprüfen will. Michael, unser Taxifahrer, ist früher da – was für ein Segen! -  so können wir unverzüglich losfahren und unser erster Besuch geht zurück nach Gertianosch um nach einigen Gräbern zu sehen, die wir gestern vermissten. Von der kürzlich verwitweten Dame, die sieht dass wir wieder in der Stadt sind, wird Louise weggeschleppt. Unser nächster Halt ist Klein Jetscha (Iecea Mica), wo Bauhandwerker am arbeiten sind an der Friedhofsmauer, und wir treffen den ortsansässigen rumänischen Orthodoxen Geistlichen hier (1). Stellenweise ist es sehr verwuchert, aber wir haben einigen Erfolg, und die Wildblüten mitten unter dem langen Gras sind so schön (2), ich verbringe mehr Zeit sie zu fotografieren anstatt die Gräber! Dann geht es weiter nach Groß Jetscha (Iecea Mare), wo ich nach Margaretha Marinescu (3) Ausschau halte, wie ich mir habe sagen lassen, eine Deutsche Frau, die nach der Kirche schaut und die die beiden Friedhöfe gut kennt. Wieder, ist sie eine freundliche Frau, die mehr als bereit ist uns die ganze Kirche zu zeigen und für uns die Kerzen anzündet (4). Sie arbeitet sehr, sehr schwer alles perfekt in Ordnung zu halten für den ortsansässigen Katholischen Pfarrer, wenn er kommt seine Amt auszuführen und zwischen anderen Geschichten erzählt sie uns, wie die Deutschen Geld erhalten haben nach ihrem erzwungenen Aufenthalt in russischen Arbeitslagern, welches dazu  benutzt wurde um die langen Polster in den Kirchenbänken zu Kaufen und Anzufertigen um sie ein bisschen wärmer und komfortabler in den Wintermonaten zu machen. Sobald wir die Kirche verlassen, sieht sie sogleich eine andere kleine Gruppe um die Kirche, und die Glocken beginnen zu klingen -  was für ein schöner Klang! Wir gehen los in unterschiedlichen Richtungen, um nach unseren alten Vorfahrenhäusern zu sehen, und ich habe großes Glück meines in der Triergasse (5) zu finden. Das Haus ist offensichtlich renoviert und hat gut durchgehalten über die vergangenen 200 Jahre, und hat nun eine landschaftlich schön gestaltete Mauer entlang der ganzen Seite des Hauptgebäudes (6). Der derzeitige Besitzer freut sich, dass ich es fotografiere, und ich verbrauche ziemlich Zeit in der kleinen Straße welche sozusagen eine angehobene, gepflasterte Fahrbahn ist – ich liebe es! Sobald unsere kleine Gruppe wieder versammelt ist, gehen wir weiter zum zweiten Friedhof in Groß Jetscha und suchen nach den Namen unserer Ahnen  – wieder, mit einigem Erfolg. Danach beschließen wir weiter nach Uihei (Neusiedel) zu fahren und nehmen die kleine Straße in diese Richtung, als Michael aber mit einem  Einheimischen Mann überprüft welcher Feldweg zu nehmen ist, werden wir auf eine „Abkürzung“ (quer) über die Felder geschickt…. Gut, wir fünf in Michaels Taxi, holpern über eine gepflügte Spur mit 5 Meilen (10 km) die Stunde, offensichtlich ist es keine gute Abkürzung! Ich frage ihn ob es nicht besser ist, wenn wir Aussteigen und ein Stück des Weges gehen, da wo der Feldweg besonders uneben ist. Ich glaube nicht, dass die anderen drei es mir jemals verzeihen werden!! Wir steigen aus dem Taxi aus Michael fährt, eine ganze Ladung leichter, weiter. Unglücklicherweise, scheint er zu denken, wir wollen den ganzen Weg der Abkürzung über das Feld nach Uihei (worüber ich mich selbst ziemlich freue) gehen (7)… auf jeden Fall, wir schaffen es! Sobald wird Neusiedel (Uihei) erreichen, gehe ich schnell das alte Haus meiner Großeltern besuchen, gerade aus an der äußersten Grenze des Dorfes, mit wunderschönen Aussichten quer über die grünen Wiesen. Die ältere Dame die hier lebt ist eine von nur zwei Deutschen Menschen die im Dorf geblieben sind, und sie ist fort um sich von einer Krankheit zu erholen, aber ihr Sohn ist da und er empfängt mich mit offen Armen. Die Familie schaute nach meiner Großmutter in ihren späten Jahren mit der Abmachung dass sie das Haus nach ihrem Tod erben. Der Platz ist sehr baufällig auf der einen Seite, aber ich schaffe es Fotos zu machen von jeder Ecke und jedem Versteck bevor es komplett zusammenfällt! „Buyu“, der Sohn lebt hier, hofft ein neues Haus zu bauen an diesem Ort, aber andere Menschen im Dorf sagen es ist nur Wunschdenken. Ich beginne phantasiereiche Ideen zu haben den Platz von ihm und seiner Mutter zu kaufen und es als ein „Ferienhaus“ für mich selbst und Gleichgesinnte Menschen… Buyu schenkt mir eine alte Bratpfanne, welche ich im Keller fand und die meiner Großmutter gehörte, und er überlässt mir auch eine Bettdecke von ihrem alten Bett. Der Schlafzimmerraum ist absolut prächtig und offensichtlich viel Wert – ganz mit Einlegeholz, ein wunderschön goldener Farbton. Buyu aber sagt er würde es nie verkaufen. Zurück in die Wirklichkeit, und ich treffe mich mit den anderen in dem Dorf bei der Kirche und der Wirtschaft  einer der älteren Einheimischen (einige der älteren Rumänen im Dorf sprechen Deutsch) sagt mir er bringt uns zu Pitzer Mari , die zweite Deutsche Frau die im Ort lebt. Wir rufen vor ihrem Haus, aber sie ist nicht da, so machen wir uns auf den Rückweg nach Zefir, mit Zwischenstopp auf dem Weg bei meinem Cousin Robi in Alexanderhausen (Sandra). Sein Vater ist 90 Jahre alt, aber er sieht und klingt weitaus jünger und hat eine wunderbar, dröhnende Stimme (wahrscheinlich weil er ziemlich gehörlos ist!). Heute Abend, essen wir in einer bekannten Pizzeria in Temeschwar mit Michael (8).

 

Mittwoch 19. Mai - Louise schließt sich uns wieder für den Tag an, ebenso Jody und Sammy sind sehr involviert mit ihrer Familie in Mercydorf. Zuerst führte es uns nach Klein Betschkerek (Becicherecul Mic), in entgegengesetzter Fahrtrichtung  zu den vorangegangenen zwei Tagen – Es ist auf der Strecke nach Groß Sankt Nikolaus (Sinnicolau Mare). Wieder, ist der Friedhof voll von schönen Wildblumen und der Kuckuck singt und die Grillen zirpen entfernt – wir haben dem Anschein nach die beste Zeit des Jahres für unseren Besuch gewählt, weil das Wetter herrlich ist und alle Tiere und Vögel ihre Jungen rings umher haben.  Dann geht es weiter nach Billed (Billed), vorbei an dem Kalvarienberg (1) gerade noch bevor wir die Stadt erreichen. Die ist ein Stopp wert und wir machen Bilder von den Kreuzwegstationen und der Aussicht vom Berggipfel. Angekommen in Billed, finden wir das örtliche Geschäft (2) und die Wirtschaft gegenüber dem Rathaus heraus und dann gehen wir weiter Pfarrer Bonaventura Dumea zu sehen, den örtlichen  katholischen Priester. Er ist nicht zu Hause, aber die Kirche ist offen, so nutzen wird die Zeit uns umzusehen und Bilder zu machen in der Kirche. Als wir zurückgehen ins Lebensmittelgeschäft findet er uns hier (er hat einen Einheimischen zum Zahnarzt gebracht, das ist das Warum er nicht zu Hause war). Ein sehr freundlich gütig sprechender Mann, er nimmt uns mit zurück in sein Haus, auf dem Weg gibt er uns eine Geschichtslektion (welche wir filmen auf Video und ebenso aufzeichnen auf Tonband), und dann holt er alle für uns sachdienlichen Kirchenbücher über Neusiedel (Uihei) zur genauen Durchsicht und zum Fotografieren (3). Nicht nur dass, sondern er bietet ebenso an seine eigenen persönlichen Notizen zu fotokopieren  welche er aufzeichnete in 1988 als er in den Bezirk kam, über alle die katholischen ortsansässigen Personen in Neusiedel (Uihei) und die Einzelheiten über ihre Familien und Profession. Was für eine Goldmine! Es ist die kleine unerwartete Berührung wie diese was diese Reise so außerordentlich macht. Es gibt zivile Aufzeichnungen die wir anschauen können und die im Rathaus aufbewahrt werden und die wir unbedingt sehen wollen. Wie auch immer, wir müssen weiter auf unserem Weg nach Perjamosch (Periam) weil Tom nach Gräbern dort auf dem Friedhof sehen will (4). Es stellt sich als beträchtlich Umfangreich heraus,  und inzwischen beginnen wir alle in unseren Träumen Grabsteine zu sehen, daher bleiben wir nicht all zu lange. Unser nächster Anlaufhafen ist Bogarosch (Bulgarus), also es geht die schmale Strasse zurück, und über die Hauptstadt Temeschwar über die Groß Sankt Nikolaus Strasse, runter entlang einer Baumgesäumten Fahrbahn wo Menschen gerade dabei sind die Bäume abzuholzen (wir wundern uns warum?). Im Zentrum des Dorfes halten wir an einem Tante-Emma-Laden und erzählen den Einheimischen dass wir Ausschau halten nach bestimmten Häusern. Bewaffnet mit unseren Straßenkarten des Dorfes, gehen wir los nach unseren Ahnhäusern zu sehen und wieder habe ich unglaubliches Glück und finde das Eine das ich suche. Der Alte Mann dem es nun gehört (Franz Foos, Alter 71) (5) kaufte das Haus von Kaspar Noel in 1963 und davor gehörte es der Engelmann Familie. Er ist sehr glücklich zu plaudern, und zusammen mit einheimischen Kindern für die Bilder zu posieren, und ich schaffe es ziemlich viel von der Unterhaltung auf Tonband zu bekommen. Zurück im Dorfzentrum, treffen wir uns alle und gehen gemeinsam zum Friedhof. Neugieriges Wesen, ich liebe es und neige dazu immer hinter das Offensichtliche zu sehen, so kroch ich hinunter und hinein in das Mausoleum der Friedhofskapelle (6) und finde einige faszinierende Grabsteine und alte Gemälde von Sternen an der Gebäudedecke. Ich (gut, eigentlich Tom) schaffe es, einige Stücke von gebrochenem Kirchenfensterglas die herumliegen, als ein Andenken an Bogarosch zu besorgen, und dann setzen wir unseren Weg zurück nach Zefir fort, nach einem weiteren Halt in Billed , wo der ortsansässige Ladenbesitzer uns gut kennen zu lernen bekommt letzten Endes! Wir müssen anhalten an einem Bahnübergang um einen Zug vorbei zu lassen (7) – sie alle erwecken den Anschein Doppelstockzüge zu sein – und wir schaffen es ebenfalls  den Klang des Zugsignals auf das Tonband zu bekommen.

 

 

Donnerstag 20. Mai - Heute haben wir früh anzufangen um sicher zwischen 8.30 und 9.00 vormittags im Bürgermeisteramt zu sein. Michael ist, wie immer, 15 Minuten früher – Hurrah! Jedoch, als wir das Rathaus in Billed erreichen (1), sind wir nicht sicher welches das Bürgermeisterbüro ist und wandern rund um das Gebäude, fühlen uns verloren. Stattdessen, entscheiden wir das Deutsche Forum zu besuchen gerade die Strasse runter, und Adam Csonti, der da der Manager ist, zeigt uns den Platz rund um und erklärt was hier geschah. Getrennt von den Gesellschaftsräumen, haben sie begonnen in dem Obergeschoss ebenso Vorräte für ein Museum anzusammeln, es ist empfehlenswert sich dort umzusehen. Wir bleiben nicht lange weil wir besorgt sind dass wir den Bürgermeister im Rathaus ganz versäumen könnten, so gehen wir Pfarrer Bonaventura wieder besuchen um ihn zu fragen wo wir den Bürgermeister finden können. Er denkt wir sind schon vor einer Stunde erwartet worden und ruft im Bürgermeisteramt an -  ganz gewiss, er hat uns erwartet, aber wir wussten nicht an welcher Tür wir anklopfen sollen! Zurück zum Rathaus, und  wir müssen uns dem  Ansturm einer Warteschlange von Menschen anpassen, die warten, entweder den Bürgermeister oder einen seiner Beamten zu sehen, und sind eingewiesen zu ihm mit dem Namen Sorin – ja, ein weiterer Sorin! Sein Archivar hat uns abgeschrieben und musste geschäftlich nach Temeschwar, wegen der bevorstehenden Wahlen, aber Sorin hat eine andere Person die er uns zu Verfügung stellen kann an Ort und Stelle in den Archiven. Wir werden aufgefordert eine Liste zu schreiben über die Personen, Daten und Geschehnisse zu den Dokumenten die wir zusehen und fotografieren wünschen (2), und dann werden sie die relevanten Bücher suchen und haben alles bereit für uns entweder später am Tag oder früher nächster Morgen. Weiterreise wieder nach Neusiedel (Uihei), wir hören die Kirchenglocken läuten und wir teilen uns auf für eine kurze Zeit, ich um zum Haus meiner Großeltern zurück zu gehen, und Tom und Marge um nach ihrem Beitz Ahnenhaus zu sehen. Die wunderbare Kakophonie der Gänse und Gänschen, der Enten und Puten, der Kühe, Schafe und Geißen, des Kuckuck und der Grillen, und alle die anderen heimischen und wild lebenden Tiere, rufen so starke Erinnerungen in mir hervor. Ich bin unverzüglich 35 Jahre zurück befördert. Später, wir drei  treffen uns auf dem Friedhof um unser „Projekt“ zu beginnen und ich sehe dass Tom „Pitzer Mari“ gefunden hat, weil sie von uns erfahren hat. Dies ist die Deutsche Frau die nach den Gräbern mehrerer Familien schaut welche nun vorwiegend in Deutschland leben. Es hat sich schnell herumgesprochen von den beiden Amerikaner und der Englischen Frau, und sie kommt unverzüglich auf mich zu und erkennt wer ich bin und ist völlig überwältigt (3). Fragen werden auf mich abgeschossen, und als sie fragt wie viele Kinder ich habe und ich antworte „keine“, sie tut-tuts und schüttelt ihren Kopf!! Da ist viel auf den neuesten Stand zu bringen, und ich erkläre dass wir all die Gräber des Uiheler Friedhofs dokumentieren. Wir haben Kreide mitgebracht um die Inschrift auf dem Grabstein damit einzureiben und sie so lesbarer zu machen, und ich erkläre, das ist das Warum nun einige mehrfarbige Grabsteine auf dem Uiheler Gottesacker sind (der Regen wird bald den Kalk abwaschen). Wir unterbrechen zur Mittagspause weil wir abgemacht haben eine Frau zu besuchen, Ileana Rohnean, im Haus Nummer 106, welche den Schlüssel zur Uiheler Kirche hat. Sie greift Ihren Schlüsselbund und, gefolgt von einer stets wachsenden Zahl von Kindern, sehen wir uns in der Kirche um, der Blickpunkt aller Dörfer. Wieder einmal, werden meine Augen hingezogen zu den Schlupfwinkeln und Verstecken der Kirche und zu den Stufen die nach oben zur Empore führen und ein anderer Gewindegang führt dann zum Glockenturm. Tom folgt mir und wir finden einen Schatz von alten, ausgedienten und beschädigte Stücke inmitten unter Abfall und Taubenkot. Ich möchte unbedingt etwas von der Kirche mit mir nach Hause nehmen, und ich kann mir meinen Papa gut vorstellen als Ministrant in den frühen 1930igern unten beim Hauptaltar. Tom findet etwas, was aussieht wie ein sehr großer, rostiger alter Schlüssel welcher abgebrochen worden ist, und ich lasse ihn in meinen Tasche gleiten… da liegt auch  eine alte  Beichtstuhltür auf dem Boden, daher spreche ich eine kurze Buße dafür das ich dieses Teil genommen habe! Wieder im Freien, die Zahl der Kinder ist weiter gewachsen und wir graben in unseren Taschen nach den Päckchen von Süßigkeiten und Schokolade die wir für die Kinder mitgebracht haben (4). Wir sind zum Essen eingeladen in meiner Großeltern altes Haus, wo Buyu Essen von kalt geräuchertem Schinken und Schafskäse, Frühlingszwiebeln, frisches Brot und Quellwasser auftischt – sehr lecker (5)! Danach zurück zum Friedhof um mit den Aufzeichnungen der Gräber zu beginnen und wir bleiben bis fast 6 Uhr nachmittags da. Als wir wieder näher an die Kirche herankommen auf unserem Rückweg nach Zefir, beginnen die Kirchenglocken wieder zu läuten und ich lehne mich aus dem Taxi um sie aufzunehmen. Tom, schnell wie immer, sagt „Also, bleib hier nicht sitzen – geh und läute die Glocken!“ Das lass ich mir nicht zweimal sagen, und renne die Stufen zur Empore hoch wo ein junger einheimischer Bursche die Glockenstränge der beiden Glocken zieht, Tom folgt mit seiner Kamera, und der Bursche überreicht mir die Seile zum ziehen (6). So nun kann ich in der Tat sagen ich habe die Uiheler Kirchenglocken geläutet (gut, eine davon wenigstens… und es war die leichtere). Wir finden heraus das dies ein rumänisch orthodoxer Gottesdienst ist (beide religiösen Konfessionen nutzen die Kirche heutzutage), daher bleiben wir und nehmen Anteil am Gottesdienst und nehmen die schönen singenden Stimmen auf Tonband auf, wenn auch hier nur etwa ein halbes Dutzend Menschen in der Kirchengemeinde sind (7). Zurück in Zefir, entspannen wir uns und Tom lädt alle Tagesbilder auf seine Festplatte bevor er Ausdrucke für jeden von uns macht. Wir alle sind noch so satt vom Mittagessen wir wollen heute nichts mehr essen. 

 

Freitag 21. Mai – Michael wartet bereits auf uns um 7.15 Uhr vormittags…. heute, wollen wir wirklich pünktlich um 8 im Bürgermeisteramt sein! Die Felder und Straßenränder auf dem Weg nach Billed sind voll von leuchtend roten Pipatsche (Mohnblumen) (1) und wir halten an um  einige wunderschöne Bilder davon zu machen. Ein weiterer Zug durchfährt den Bahnübergang – es ist offensichtlich Hauptverkehrszeit, oder was wenigstens nahezu als „Hauptverkehrszeit“ zu bezeichnen ist im Banat! Sorin´s Archivar war sehr fleißig und hat alle entsprechenden Bücher für uns zum genauen Durchsehen und Fotografieren bereit. Da keiner von uns geahnt hat, dass so viele Dokumente für uns zur Einsicht verfügbar sind, haben wir nicht viele Einzelheiten von unseren Vorfahren mitgenommen von zu Hause und das meiste hohle ich aus meiner Erinnerung. Zivile Aufzeichnungen vor 1895 sind jedoch nur in Temeschwar erhältlich, und das ist ein anderes Szenario, mit weitaus schwierigerem Zugang. Wir verbringen einige Stunden über den Büchern hockend und fahren dann weiter nach Uihel, wo Mari seit 7 Uhr morgens gearbeitet hat, am Grab meiner Großeltern, es rundherum zurechtgemacht hat mit einem Blumenbett darauf. Wir besprechen wie die gebrochene Zementabdeckung auf dem Grab repariert werden kann (nahezu all die alten Gräber sind zementiert worden nachdem die Deutschen die Dörfer verlassen haben, weil es sind zu viele Gräber zu pflegen für eine Person allein). Mari schlägt einen jungen Arbeiter aus dem Dorf vor den sie gut kennt, und geht ihn holen (2). In der Zwischenzeit, Tom und Marge haben einen abgelegten Grabstein für ein Baby Beitz Kind gefunden und möchten ihn einzementieren zwischen zwei großen und gut gepflegten Beitz Grabsteinen, welchem der Arbeiter zustimmt es zu tun (3), alles für eine erbärmlich kleine Summe. Ein anderes einheimisches Kind beginnt damit die Oberfläche von Flechten zu reinigen an unserem Familiengrabstein, und dann schwärzen Michael und ich die Namen und Daten ein welche verblasst sind in den Jahren. Gegen Ende des Nachmittages, sind die Gräber wieder in makellosem Zustand (4). Wir fahren fort die Gräber zu dokumentieren, Tom fotografiert jedes Einzelne mit seiner hoch auflösenden Digitalkamera (er ist ja ein professioneller Fotograf!), und Marge kalkt all die Steine welche schwierig zu lesen sind, während ich mit meinem kleinen Diktiergerät umher gehe, herauslesend jedes Detail von jedem Stein. Einer der letzten zu dem ich quer durch komme ist von äußerster Wichtigkeit für mich persönlich, es von meines Vaters Großeltern väterlicherseits, d.h. ein direkter Lambing ist Vorfahre. Der Stein selbst ist um genau zu sein bewundernswert, da er so alt und vollständig bedeckt mit Flechten ist (5), und ich werde es wahrscheinlich so lassen wie es ist und einfach nur das Gras und Unkraut in Ordnung bringen rund um das Grab. Jedoch, dies ist ein Projekt für das Nächstes Jahr! Wir haben einen weiteren Besucher auf dem Friedhof – Dinu Hans, der Tom und Marge in seiner Strasse gesehen hat wie sie nach ihrem alten Familienhaus sahen. Er ist gekommen um zu sehen wer wir sind und was wir machen, und wir haben ein langes Gespräch über unsere Familien und das Leben in dem Dorf wie es früher war. Seine Mutter war Deutsche und sein Vater Rumäne, eine von vielen Mischehen im Dorf. Mari´s Ehemann war auch Rumäne und ihr Ehename ist Cojocaru. Sie hat uns eingeladen in ihr Haus zukommen wenn wir fertig sind, was wir tun, und sie zeigt uns ihr liebliches Familienheim wo sie nun alleine lebt, und ladet ein uns für den Rest unseres Aufenthaltes ihre Gäste zu sein. Ihr Garten ist makellos und ihr kleines Grundstück ist voll von Feldfrüchten. Hier gibt es kein Leitungswasser, aber das Trinkwasser von ihrem Brunnen (41 Meter tief) ist köstlich und schon bald haben wir es nötig das im Freien befindliche Plumpsklo zu benutzen – obwohl ein natürlicher Reflex lässt dich Ausschau halten nach dem Spülknopf! Sie bringt Kuchen und Schnaps (Aprikosenschnaps) heraus und zeigt uns die vielen wunderschönen handgearbeiteten Puppen, die sie und einer ihrer Söhne über die Jahre hinweg gemacht haben (6). Wir vereinbaren die folgenden zwei Tage wieder in Uihei zu verbringen und in ihrem Haus zu bleiben über Nacht, was aufregend ist für beide sie und uns drei. Dann fahren wir zurück nach Zefir mit Michael, der ab jetzt Teil unserer Gruppe ist. Wir vereinbaren mit ihm und seiner Freundin, Roxanna, uns am Morgen abzuholen um einige Einkäufe in Temeschwar zu tun bevor wir zurückgehen nach Uihel. Diesen Abend, gehen Tom, Marge und ich aus zum Essen in ein nahe gelegenes Restaurant namens die Piano Bar, welche Tom bemerkte auf seinem ersten Rundgang durch die Strassen. Das Restaurant ist sehr modern und das Essen ist ausgezeichnet, aber wir nehmen irgendwo eine falsche Abzweigung auf unserem Weg zurück ins Zefir und verlaufen uns total! Wie auch immer, der Abend ist schön und warm, die Frösche quacken, die Hunde bellen, die Grillen zirpen, und wir sind nicht übermäßig besorgt bis wir begreifen das wir keine Idee haben wo wir sind und wir wahrscheinlich den größten Teil der Stunde im Kreis gegangen sind. Hochachtung für Tom, er versucht wirklich jemanden zu fragen wo wir sind als wir ein anderes kleines Restaurant erreichen in der Stadtrandsiedlung, aber es ist nach 11 Uhr abends, bereits geschlossen. Mich dünkt, nicht viele Männer geben zu, dass sie nach dem Weg fragen müssen! Glück muss man haben, ich habe mein Mobiltelefon bei mir, ebenso wie die Zefir Telefonnummer. Wir rufen an und Dora antwortet – glücklich ist sie es,  die antwortet weil einige der anderen Angestellten verstehen kein Englisch. Nach einer kurzen Erklärung und jeder Menge Gelächter, bleiben wir wo wir sind und sie kommt und findet uns.

 

Samstag 22. Mai – Michael und Roxanna holen uns gegen 10 Uhr morgens. ab und wir verbringen einen gemächlichen Morgen in Temeschwar, die heute eine betriebsame Stadt ist (1, 2, 3). Das sind Andenken zu kaufen, Pflanzen für Mari´s  Garten (9), Kaffe für Jedermann, und Tom findet ein Musikgeschäft das Violinen und Mandolinen verkauft (4) – und umgehend kauft er von jedem eines! (ihn gerade noch aufhalten in den hiesigen Straßen Straßenmusik … sobald er gelernt hat die Instrumente zu spielen!) Wir gehen in der Stadt vorbei an einem wunderbar spielenden Straßenmusikant, den ich aufnehme und fotografiere, (während wir belästigt werden von einer zwielichtig aussehenden Gruppe von Zigeunern). Wir gehen dann weiter zum Adam Müller Guttenbrunn Haus, welches Deutsche Begegnungsstätte und Heim für ältere Deutsche ist, die in diesem Land niemanden haben der sich um sie kümmert, es liegt ebenso sehr zentral und wir besichtigen es rundherum. In diesem Haus ist auch ein wunderbares Museum (5, 6, 7, 8), und wir benötigten eigentlich  mehr Zeit hier, aber unglücklicherweise haben wir noch Arbeit zu erledigen wieder in Uihel. Michael und Roxanna fahren uns zurück zu Mari´s Haus in Uihel, wo wir Marge ab setzen bevor Tom und ich weiter nach  ªandra fahren zum umherschnorren und Robi wieder zusehen (10, 11), und dann die zwei Meilen zurück nach Uihel zugehen (12, 13, 15) – etwas das ich immer wieder tun wollte. Wir bringen es fertig ein Foto nachzustellen, aufgenommen in 1970 mit meinem Papa angelehnt an den Uiheler Kilometerstein, aber diese mal mit mir selbst und dann mit Tom an Papas Stelle (14). Als wir das Bild später am Tag auf Tom´s Laptop ansehen, erkennen wir, dass der Baum im Hintergrund auf Papa´s Foto ein läppisches Bäumchen war und dass es nun ein voll ausgewachsener Pappelbaum ist. Wir haben mit Michael abgesprochen uns alle am Sonntagabend wieder abzuholen gegen 8 Uhr abends, weil wir dem katholischen Gottesdienst beiwohnen wollen bevor wir den Ort für immer verlassen – Pfarrer Bonaventura verbringt den ganzen Sonntag damit an fünf oder sechs verschiedene Orte zu reisen, um den Gottesdienst in jeder Dorfkirche abzuhalten, und Uihel ist immer abends der letzte am Tag, um 7 Uhr. Als Tom und ich Mari´s Platz erreichen nach dem wunderbaren Spaziergang von ªandra, Essen  und Trinken wir etwas (16) und dann weiter an die Arbeit auf dem, zusammen mit Marge. Auf der Straße zurück zu Mari´s, diesen Abend, sind wir auflauernd bis zu dem örtlichen „Magazin“, welches wirklich eines von Tom und Marge´s Ahnhäusern ist, wo eine Menschenmenge (hauptsächliche Männer) ein Fußballspiel im Fernsehen beobachtet,– sie heißen uns Hinein und Willkommen auf den Lagerplatz, wo sie rund um den Fernseher sitzen, und es sieht so aus, Tom hat ein Runde Getränke für sie gekauft! Diese Nacht schlafen wir in frischen Baumwollbetttüchern und Federbetten und erwachen von dem Klang und Geruch wie Mari Eier kocht für das Frühstück.

 

Sonntag 23. Mai – der Tag beginnt ziemlich niesselig, aber wir können nicht Klagen hatten wir die letzten fünf oder sechs Tage heißen Sonnenschein. Mari besteht darauf, dass wir Mädchen uns dichte und warme Kleidung und vernünftige Schuhe anziehen bevor wir wieder auf den Friedhof gehen, und wir schaffen es eine ganze Menge mehr Aufzeichnung zu erhalten. Tom beendet alle die Grabsteine zu fotografieren und er und Marge gehen andere Dinge tun, während ich bleibe mein Bisschen zu beenden (1). Das Wetter klärt auf zur Mittagszeit, und ich mache einen weiteren schnellen Besuch bei Buyu ihm einigen Kaffee zu bringen und Auf Wiedersehen zu sagen bevor wir den Ort verlassen. Dann geht es zurück zu Mari´s Platz zum Erfrischen, wo Robi aus ªandra bereits wartet, und über ein paar Stunden hinweg verbringen wir plaudernd, Kuchen essend und Schnaps trinkend und hören einige wunderschöne Geschichten über „die alten Tage“, einschließlich eine Heitere über meine Großmutter. Wie Robi es ausdrückt, „Ich weiß nicht,  wie dein Großvater es mit ihr so lange aushielt!“ Ich denke das ist das Warum Papa in der Armee anmusterte in solch zartem Alter (17) – um wegzukommen von ihr! Am späten Nachmittag, gehen wir drei zurück auf den Friedhof für eine abschließende Prüfung der Grabsteine, und zu sehen ob wir einige aufheben können, die vornüber gefallen sind. Eine Ansammlung von Kindern folgt uns und hilft eifrig die Steine aufheben und Wasser holen von der Pumpe auf dem Friedhof um den Schmutz abzuwaschen, dass wir die Inschriften lesen können (2). Sie haben schnell den Dreh heraus und bringen uns Teile von Steinen von überall auf dem Platz! Wir gehen zurück zu Mari´s (3) zum Essen, bevor die Kirche beginnt, die Kinder folgen uns und immer noch wächst ihre Zahl… und das süßeste Ding ist zu sehen, wie einige von ihnen in einer langen Kette die Hände halten. Mari hat ein wunderbares Nachtessen gekocht mit Hühnchen und Kartoffelbrei und Meerrettich Salat, welches jetzt sehr willkommen ist. Als wir an der Kirche ankommen, ist der Gottesdienst bereits in vollem Gange (4), aber er dauert bis ungefähr viertel nach acht, wir haben dennoch eine Menge zu filmen und aufzunehmen. Pfarrer Bonaventura macht ein besondere Bemerkung über uns Besucher aus dem Ausland die gekommen sind um nach ihren Wurzeln zu sehen (das war in Deutsch), und obwohl ich kein Katholik bin seit ich ein junges Mädchen war, bin ich froh, dass ich den Gottesdienst besuche. Michael, wie immer, wartet auf uns als wir aus der Kirche kommen (5), und nach einem tränenreichen Abschied von Mari (6, 7), mit dem Versprechen nächstes Jahr zurückzukehren, fahren wir zurück zum Zefir, beladen mit  selbstgemachten Geschenken von Mari. Natürlich, wir können nicht Sandra  passieren  ohne Robi und seinem Vater Auf Wiedersehen zusagen. Robi gibt mir eine Flasche von seinem eigenen selbstgemachten Schnaps (Pflaumenschnaps) dieses Mal – stärker als Mari´s Aprikosenschnaps, offenbar! Bei genauerem Hinsehen, ist da mehr in der Flasche als nur Schnaps…  vielleicht ein bisschen Protein?! Der Rest von dem Abend ist verbraucht um wieder gesund zu werden von dem langen, harten Tag  (8) und ich gehe geradewegs ins Bett,  schwörend nie wieder so viel Kuchen zu essen noch so viel Schnaps zu trinken!

 

Montag 24 Mai – unser letzter Tag! Ich fühle mich merklich unwohl und will einfach nur  herumhängen im Zefir bis es Zeit ist abzureisen am Nachmittag. Ich kann mich nicht erinnern was irgendjemand anders tat, obschon vielleicht verbringen sie ihre letzten paar Stunden in der Stadt – aber ich bin natürlich nirgendwo hin gegangen! Jody, Sammy, Louis und ich haben alle auf dem gleichen Flugzeug gebucht um Temeschwar nach Wien an diesem Nachmittag zu verlassen, und die Drei davon (nicht ich) gehen weiter zu dem großen Donauschwabentreffen in Ulm am nächsten Wochenende. Tom und Marge´s Flugzeug kann erst am nächsten sehr frühen Morgen starten, und sie wundern sich wo sie über Nacht bleiben, sie landen in Michaels Elternhaus! Unterschiedlich erfolgreich erreichen wir alle nach und nach endlich unser zu Hause– einige haben Ärger mit Reisgepäckübergewicht, eines anderen Gepäck ist zurück geblieben usw. usw.  Aber alles in allem, die Reise war ein Bombenerfolg und nicht eine Minute war verschwendet. Und ich mache bereits Pläne für eine Wiederholungsreise gleiche Zeit nächstes Jahr…

Diana